Mit acht Sänger:innen tritt das Europäische Hanse-Ensemble erstmals in einem neuen Format und in intimerer Besetzung auf, um sich speziell der Vokalpolyphonie der Zeit um 1600 zu widmen.

In Flandern, Italien und England befanden sich im 16. Jahrhundert die Hochburgen der Musikkultur. Doch mit dem hansischen Handel wuchs der Austausch zwischen den Kulturmetropolen, und so gelangten die Techniken der verfeinerten Kompositionskunst in den Ostseeraum. Musiker aus Rostock, Stralsund, Stettin, Danzig und Königsberg griffen begierig auf, was ihnen aus Antwerpen, Venedig oder London in die Hände kam und adaptierten den Stil der Vokalpolyphonie auf ihre Weise. Doch was war es genau, das die Kompositionen im polyphonen Stil in ganz Europa zum Erblühen und sie über Grenzen hinweg zu höchster Popularität brachte? Es war wohl der erfolgreiche Versuch, das Unmögliche möglich zu machen: Eigenständige, aber ebenso gleichberechtigte Stimmen verflechten und verweben sich zu einem großen Ganzen und greifen dabei ineinander wie Zahnräder eines Schweizer Uhrwerkes. Eine echte Königsdisziplin war geboren, die noch viele weitere Komponistengenerationen inspirieren sollte!

Neben den bewegenden Klängen weiht Sie Manfred Cordes, Leiter und Spezialist für die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts, in die Besonderheiten der Musik und in die Arbeit des jungen Ensembles ein.