Historisches Baudenkmal

Burgkloster
zu Lübeck

Steine, die Geschichte atmen

Im Norden der Lübecker Altstadt, als Teil des Europäischen Hansemuseums, erhebt sich das Maria Magdalenen Kloster – besser bekannt als Burgkloster. Es ist eine der bedeutendsten Klosteranlagen Norddeutschlands.

Durch die einzigartige naturräumliche Lage am schmalen Landzugang zur Stadt ist der Ort einer der wichtigsten Siedlungsplätze Lübecks. Die im Laufe von Jahrhunderten gewachsene Geschichte des Klosterhügels ist eng mit der Entwicklung der Stadt und der Hanse verbunden.

Um 1229 gegründet, war das Kloster bis 1531 Sitz des Dominikanerordens in Lübeck. Die reich mit Wand- und Deckenmalereien, Kapitellen und Schlusssteinen ausgestatteten Räumlichkeiten des gotischen Backsteinbaus erzählen noch heute von der Alltagsgeschichte des Bettelordens.

Zu Zeiten der Reformation wird das Gelände in ein Armen- und Krankenhaus umgewandelt und bis ins 19.  Jahrhundert genutzt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Obergeschoß umgeformt und in einen Gerichts- und Gefängniskomplex mit umgebaut. Zwei Zellen und ein Schöffengerichtssaal zeugen noch von jener Zeit. Kostbare Zeit für Sie, liebe Besucher*innen, kurz innezuhalten und der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken, die hier inhaftiert und verurteilt worden sind.

Es steht Ihnen frei, die ereignisreiche Geschichte des Burgklosters mithilfe eines Audioguides zu erkunden oder eigenständig die Atmosphäre der Vergangenheit zu erspüren.

Informationen:

  • Dauer: ca. 60 min.
  • Sprachen: Deutsch / Englisch
  • Geeignet für Familien mit Kindern ab 8 Jahren.
  • Das Burgkloster ist stufenlos begeh- und befahrbar.

Erweiterte Einblicke

Etwa 600 Jahre bildete die Maria-Magdalenen-Kirche das kulturelle und religiöse Zentrum des Burghügels. Im Jahr 1819 wurde die zum Kloster gehörige Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen. Nachdem im Laufe der Zeit mehrere Stützpfeiler eingestürzt waren, erschien eine Restaurierung des Gebäudes zu aufwendig. Auf dem ehemaligen Kirchplatz zeichnen heute Bodenmarkierungen die frühere Struktur der Kirchengewölbe nach.

Auf der Grundlage historischer Quellen hat Designstudent Florian Timm fotorealistische Nachbildungen der Kirche erstellt:

Betrachten Sie die Maria-Magdalenen-Kirche hier aus unterschiedlichen Blickwinkeln als 3D-Rekonstruktion mit Musik aus Hansestädten; eingespielt vom Ensemble Weser-Renaissance Bremen unter der Leitung von Manfred Cordes: 
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Aufgrund des fragilen Zustands des Schmuckfußbodens darf die ehemalige Sakristei des Burgklosters nicht mehr betreten werden. In der virtuellen Präsentation erleben Sie die schmuckreiche Gestaltung der Wände und Ornamente aus nächster Nähe. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Erforschen!

Während die Anfänge des Burgklosters auf das Jahr 1229 zurückgehen, entstand die Sakristei vermutlich erst deutlich später um 1400. Sie diente zur Aufbewahrung der liturgischen Geräte und Gewänder. Die prachtvolle Ausstattung und Bemalung dieses Raums zeugen von seiner besonderen religiösen Bedeutung. Durch eine Tür und zwei Fenster bestand eine direkte Verbindung zum Chor der Kirche. Nach der Umwandlung des Klosters in ein Armenhaus im frühen 16. Jahrhundert wurde hier ein sogenanntes Herrenzimmer eingerichtet. Es war vermutlich das Arbeitszimmer der Vorsteher (Herren) des Armenhauses, deren gemalte Wappen Sie auf der gegenüberliegenden holzvertäfelten Wand sehen können. Die Sakristei war selbst nicht Teil des Kirchengebäudes, sondern in die Anlage des Klosters bzw. Armenhauses integriert. Dadurch blieb der Raum beim Abriss der baufällig gewordenen Kirche im Jahr 1819 erhalten und bietet nach aufwendigen Restaurierungen ein beeindruckend schönes, detailreiches Beispiel mittelalterlicher und Raumkunst. 

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