Justin Reimers (Center for the Study of Manuscript Cultures, Universität Hamburg)
Lübecks hansestädtische ‚Sicherheitsarchitektur‘. Tohopesaten und Konföderationen als Mittel zur Wahrung städtischer Autonomie
Trotz der 1226 verliehenen Reichsfreiheit sahen sich Rat und Gemeinde Lübecks in den folgenden Jahrhunderten verschiedenen Bedrohungen ihrer politischen Autonomie gegenübergestellt. Diese gingen vor allem von benachbarten Fürsten aus. Zum Schutz ihrer Autonomie ging Lübeck verschiedene regionale und überregionale Bündnisse mit anderen Hansestädten ein. Diese Tohopesaten (niederdt. für Zuhaufsetzung/Bündnis) regelten den gegenseitigen Schutz der Städte vor Anfechtungen ihrer Rechte durch diplomatische und militärische Mittel. Ab der Mitte des 15. Jh. versuchten norddeutsche Fürsten vermehrt, autonome Städte unter ihre Kontrolle zu bringen. Diese Tendenz beantworteten die Hansestädte mit umfassenderen Bündnisplänen, die 1557 in die hansische Konföderation mündeten, die die Hanse von einer reinen Interessensgruppe in einen formalen Städtebund überführte. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die Bündnisse, die Lübeck zwischen dem 15. und dem 17. Jh. mit Hansestädten einging und die Rolle, die die Stadt in diesen spielte.
