Sonderausstellung
Let’s play Mittelalter
Wie Games Geschichte erzählen
09. Oktober 2026 bis zum 31. Oktober 2027
Ab dem 9. Oktober 2026 verwandelt sich ein Teil des Lübecker Burgklosters in eine Ausstellung, die eine begehbare mittelalterliche Gaming-Welt ist, die nicht betrachtet, sondern gespielt wird. Mit »Let’s play Mittelalter« betritt das Europäische Hansemuseum Neuland. Erstmals wird das Spiel selbst zum zentralen Vermittlungsprinzip: Die Ausstellung zeigt nicht nur, wie Games Geschichte erzählen – sie lässt Geschichte als Spiel erfahrbar werden.

Rund 60 Prozent der Deutschen spielen Videospiele und auch Brettspiele werden immer beliebter; diese Realität nimmt die Ausstellung konsequent auf. Die Besucher:innen bewegen sich nicht durch klassische Ausstellungsräume, sondern durch eine narrative Spielwelt, in der historische Motive, Popkultur und Forschung miteinander verwoben sind.
Die Besucher:innen erstellen ihren eigenen Avatar, lösen Aufgaben und entscheiden selbst, welchen Weg sie in der mittelalterlichen Welt einschlagen. Nicht Texte führen durch die Ausstellung, sondern das Spiel: ein Turnierplatz, ein festliches Bankett im Grünen, eine geheimnisvolle »Drachenhöhle« und weitere immersive Settings. Jede Station ist ein Kapitel im Spiel und fordert eine eigene Entscheidung ein, bevor es weitergeht. Informationen werden nicht vermittelt, sondern erspielt.
Für die Umsetzung arbeitet das Museum mit Expert:innen aus Game Design, Szenografie, Medienkunst und Fachwissenschaft zusammen. Die vielfach ausgezeichnete Agentur Liquid gestaltet die visuellen Erlebnisräume und verbindet historische Themen mit zeitgenössischer Ästhetik.
Ein eigenes Gaming-Lab ermöglicht das freie Spielen und Ausprobieren. Durch Kooperationen mit Influencer:innen aus der Gaming-Community wird der Diskurs in digitale Öffentlichkeiten ausgeweitet. Sidequests, interaktive Elemente, digitale Erweiterungen und besondere Leihgaben aus anderen Museen sorgen dafür, dass die Ausstellung sowohl Gaming-Fans als auch Geschichtsinteressierte anspricht.
»Let’s play Mittelalter. Wie Games Geschichte erzählen«: vom 09.10.2026 bis 31.10.2027 im Europäischen Hansemuseum in Lübeck. Tickets sind ab September digital buchbar.
Informationen:
- Sprachen: Deutsch / Englisch
- stufenlos begeh- und befahrbar
- spannendes Rahmenprogramm
Eintrittspreise:
- Erwachsene: 14 €
- Ermäßigt: 10 € (Lübecker Stadtführer, Lübeck Card Inhaber:innen, Begleitperson einer schwerbehinderten Person)
- Freier Eintritt: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Auszubildende, Studierende, Inhabende einer Ehrenamtskarte, schwerbehinderte ab 50%
Zukunftslabor
Ein Raum für Workshops und Schulprogramme
Der Höhepunkt der Ausstellung ist das Zukunftslabor: Textilien und Mode haben als Konsumobjekt und Identitätsmarker nicht an Bedeutung verloren. Gleichzeitig sind sie gegenwärtig aber auch zum Symbol für Verschwendung und einer Wegwerfgesellschaft geworden. Wie können wir unseren Bedarf an Textilien und unseren Spaß an der Mode mit einer fairen, gesunden Welt in Einklang bringen? Ist Globalisierung eine Gefahr oder bietet sie auch Chancen und Lösungen? Der Rundgang durch das Zukunftslabor mit vielen Multimedia – und Workshopangeboten bietet Informationen, Tipps und Interaktionen rund um das Thema »nachhaltiges Textil-Konsumverhalten«.
Abbildung: Ein Raum für Workshops und Schulprogramme.
Entwurf: LIQUID | Agentur für Gestaltung
Das Lebende Buch
Dass ein Buch Geschichten erzählt, kennen wir. Aber dass sich dabei Figuren durch die Seiten bewegen, Bilder aus dem Buch heraus den Raum erobern, Stimmen und Musik ertönen, wir sogar aktiv in die Handlung eingreifen können – das wird ein komplett neues (Lese-)Erlebnis im Europäischen Hansemuseum.
Unser »Lebendes Buch« nimmt die Besucher:innen mit auf eine spannende Textil-Handelsreise durch das Mittelalter. Es geht um den Tuchhandel und damit verbundene Privilegien, Regulierung, Betrug, Konflikte und Boykotte – und den Einfluss der Hanse hierauf. Ein ebenso komplexes wie faszinierendes Thema, lassen sich doch viele Parallelen zu aktuellen Entwicklungen ziehen.
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