Dr. Lukas Boch (Europäisches Hansemuseum/Universität Bonn)
Das Mittelalter in Games. Zwischen historischer Akkuratesse und gefühlter Authentizität
Das Mittelalter ist einer der beliebtesten Schauplätze digitaler und analoger Spielwelten. Doch wie gelingt es Games, uns in eine vergangene Epoche zu versetzen? Und warum eignet sich gerade das Mittelalter so gut für Spielwelten?
Anhand konkreter Fallbeispiele führt der Vortrag in die faszinierende Welt der Mittelalter-Games. Dabei geht es um die Frage, wie Spiele historische Atmosphäre und Authentizität erzeugen und zugleich darum, wie sie Vergangenheit aus der Perspektive der Gegenwart neu gestalten. Im Fokus steht außerdem der besondere Reiz des Mittelalters für das Game Design: Welche spielerischen Möglichkeiten eröffnet eine Epoche, die zwischen historischer Realität, populären Vorstellungen und fantastischer Fiktion angesiedelt ist?
Der Vortrag zeigt, dass Mittelalter-Games nicht einfach vergangene Welten abbilden. Sie machen Geschichte spielbar – und verraten dabei ebenso viel über unsere Vorstellungen von der Vergangenheit wie über die Gegenwart, in der sie entstehen.
Dr. Lukas Boch ist Historiker und Spieleforscher und promovierte über das Mittelalter im modernen Brettspiel als Teil populärer (Kirchen-)Geschichtskulturen. Er ist Gründungsmitglied des Projekts ›Boardgame Historian‹ und Mitglied des ›Arbeitskreis Geisteswissenschaften und Digitale Spiele‹ (AKGWDS). Zudem ist er mitverantwortlich für das Projekt ›Mittelalter.Digital‹. Seit November 2024 ist Lukas Boch als Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter am Europäischen Hansemuseum in Lübeck für die Ausstellung ›Let’s Play Mittelalter. Wie Games Geschichte erzählen‹ mitverantwortlich und wirkt an der Universität Bonn als Ansprechpartner für den Bereich Brettspiele am ›Lab for Analog Games and Imaginative Play‹ tätig.
Diese Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe zur Sonderausstellung »Let’s play Mittelalter«.
