Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand: Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924 bis 1933

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, kurz Reichsbanner, war während der Weimarer Republik ein politischer Wehrverband zum Schutz der demokratischen Republik. Eine Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Europäischen Hansemuseum stellt das Reichsbanner vor.

Die Räumlichkeiten unseres Burgklosters erscheinen manchmal wie ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben ist. Doch in den ehemaligen Zellen und Gerichtssälen des angeschlossenen Burgklostergerichts wurden im Dritten Reich Lübecker interniert und verurteilt. Der Grund: Sie stellten sich gegen das NS-Regime oder setzten sich für die Weimarer Republik (1919-1933) ein.

Demokratie ohne Demokraten?

Manche Urteile über die Weimarer Zeit vermitteln das Gefühl, die Katastrophe wäre unvermeidlich gewesen: „Die Weimarer Republik war eine Demokratie ohne Demokraten, ihr Ende vom Anfang an vorgezeichnet!“ Aber in der rückwärtigen Geschichtsbetrachtung läßt sich so etwas leicht behaupten.

Der alte Gerichtssaal im Burgkloster Foto: Olaf Malzahn

Die Ausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Foto: GDW Berlin

»Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924 bis 1933«
Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand
vom 26.5. bis zum 7.7.2019

 

Dass solche viel geäußerten Pauschalaussagen nur einen Teil der Realität darstellen, zeigt unsere neue Sonderausstellung „Für Freiheit und Republik!“. Sie ist ab dem 26. Mai in den Gerichtsräumlichkeiten zu sehen. 

Kampf für die Demokratie

Denn die Befürworter und Verteidiger von Republik, Demokratie und Rechtsstaat kämpften durchaus für ihre Ideale. So wurde das „Reichsbanner“ als republiktreuer, überparteilicher Veteranenverband gegründet. Nach und nach traten dem Verband über eine Million ehemalige Weltkriegssoldaten, aber auch viele andere Demokraten aus der SPD, der DDP und der Zentrumspartei bei.

Darunter befanden sich etwa der erste Bundespräsident Theodor Heuss, die Frauenrechtlerin Marie-Elisabeth Lüders oder der Lübecker Reichstagsabgeordnete Julius Leber.

Ganz unterschiedliche Biographien

Solche unterschiedlichen Biographien zeigen die ganze Bandbreite von Reichsbannermitgliedern und -tätigkeiten und verknüpfen zugleich die erste deutsche repräsentative Demokratie mit jener zweiten, in der wir bis heute leben. Der Blick auf unsere demokratischen Vorfahren ist für uns vielleicht eine Inspiration für die gegenwärtigen Konflikte.

Eröffnung: Sonntag, den 26. Mai 2019
Ort: Burgkloster, Gericht und Gefängnisräume

Begleitprogramm

DO | 6.6. | 20.6. | 4.7. | JEWEILS 16.00-16.30 UHR FÜHRUNG
Kurzführung durch die Sonderausstellung
Treffpunkt: Foyer
Kosten: Eintritt Burgkloster, Anmeldung erwünscht unter
info@hansemuseum.eu oder 0451 80 99 99 0

SO | 16.6. | 11.00 UHR FÜHRUNG
Stadtrundgang »Widerstand und Verfolgung der Arbeiterbewegung in Lübeck«
mit Dr. Wolfgang Muth.
Treffpunkt: An der Stele zum 8. Mai am Holstentor Lübeck.Keine Anmeldung nötig

MI | 12.6. | 18.00 UHR VORTRAG
»Das Reichsbanner Schwarz Rot Gold in Lübeck«
Ort: Saal „La Rochelle“
Eintritt frei, Anmeldung erwünscht unter
invitation@hansemuseum.eu oder telefonisch 0451 80 90 99 0

MI | 19.6. | 18.00 UHR DISKUSSION
Podiumsdiskussion »Umgang mit Rechtspopulisten« u.a. mit der Rechtsanwältin und Autorin Liane Bednarz und dem Philosophen Rüdiger Bender.
Ort: Saal »La Rochelle«
Eintritt frei, Anmeldung erwünscht unter
invitation@hansemuseum.eu oder telefonisch 0451 80 90 99 0

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