Videoreihe
Memory of the World

Die Generaldirektion der UNESCO hat entschieden, bedeutende Dokumente aus der Hansezeit in das weltweite Register »Memory of the World« aufzunehmen. Insgesamt 17 Dokumente und Dokumentengruppen aus elf Archiven und Bibliotheken in sechs nordeuropäischen Ländern gehören seit 2023 zum »Gedächtnis der Welt«. Eingereicht wurde der Antrag 2017 vom Archiv der Hansestadt Lübeck (AHL).

Das Europäische Hansemuseum (EHM), das die Geschichte der Hanse museal ausstellt, vermittelt und erforscht, freut sich sehr darüber, dass sein Kernthema nun zum Welterbe gehört. Als ein wichtiges Phänomen der europäischen Wirtschaftsgeschichte hat die Hanse auch heute noch eine große Bedeutung. Ein Teil der ausgezeichneten Dokumente sind als Faksimiles im EHM ausgestellt.

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Zu allen 17 Dokumenten bzw. Dokumentgruppen veröffentlichen wir auf dieser Seite kurze Videos, in denen wir erklären, warum diese Dokumente so interessant sind und warum sie im Weltdokumentenerbe gehören.

Aufzeichnungen

Programm 2024

2 Vorträge

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26.01.2024 · 2 Min

Memory of the World
Kontorordnung des Londoner Stalhofs, 1554

Diese Kontorordnung wurde vom Hansetag im Jahr 1554 erlassen und diente mit seinen sozialen, rechtlichen und moralischen Normen der Organisation der Tagesabläufe und Geschäfte im Stalhof, dem Kontor der Hanse in London. Nach der Schließung des Kontors 1598 wurde das Archiv des Stalhofs zwischen 1603 und 1605 in mehreren Transporten nach Lübeck gebracht. Heute wird die Kontorordnung im Stadtarchiv der Hansestadt Lübeck aufbewahrt. Eine vollständige digitalisierte Kopie ist auf der Website des Archivs zu finden.

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12.01.2024 · 1 Min

Memory of the World
Handelsvertrag mit dem Fürsten von Nowgorod

Dieser Handelsvertrag von 1191/92 ist das erste erhaltene schriftliche Zeugnis des direkten Handels zwischen Gotländern, Niederdeutschen und Russen. Seine besondere Bedeutung liegt in der Tatsache, dass dieser Handel nicht mehr durch (mündliche) Überlieferung geregelt wurde, sondern durch eine Reihe gemeinsam vereinbarter, schriftlicher Regeln, deren Anwendung nicht auf die Kaufleute einer bestimmten Stadt beschränkt war, sondern auf die sich jeder Kaufmann aus den niederdeutschen Städten berufen konnte, der in Nowgorod auftauchte.

Der Vertrag wird im Lettischen Historischen Staatsarchiv in Riga aufbewahrt. In unserer Dauerausstellung im Europäischen Hansemuseum ist ein Faksimile eines ähnlichen Dokuments aus dem Jahr 1259 zu sehen.

Der Vertrag von 1259 ist (mit Tinte) auf Pergament in altrussischer Sprache in kyrillischen Buchstaben geschrieben. Drei vergoldete Silbersiegel sind mit Seidenschnüren an der Oberseite der Urkunde befestigt, drei Bleisiegel mit Hanfschnüren an der Unterseite. Eines der vergoldeten Siegel ist das von Dalmatius, dem Erzbischof von Nowgorod (1251-74). Die übrigen fünf Siegel sind nicht identifiziert.

Programm 2023

4 Vorträge

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21.12.2023 · 2 Min

Memory of the World
Aufruf zum Flandernboykott

Im Jahr 1358 erklärten sich erstmals Delegierte aus norddeutschen Städten zu „Städten der deutschen Hanse“. In diesem Video spricht Angela über das Dokument, das für den Konflikt mit Flandern in der Mitte des 14. Jahrhunderts steht, der eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Hanse spielte.

Niemals zuvor war die Hanse derart markant unter diesem Begriff und unter expliziter Führung der Städte nach Außen aufgetreten.

Die Einigkeit der Hansestädte erwies sich als wesentliches Element für den Sieg über die Flamen in diesem Handelskrieg. Als das Getreide immer knapper wurde, vor allem in Brügge, kapitulierten die Flamen und erklärten sich bis zum Sommer 1360 bereit, Frieden zu schließen und akzeptierten fast alle Forderungen der Hanse. Damit war der Boykott beendet.

Der Sieg im Handelskrieg mit Flandern stärkte die Hanse nach innen und ließ sie nach außen hin imposanter erscheinen. Die Hanse, ein bloßer Städtebund, hatte einen Platz am Tisch der nordeuropäischen Großmächte eingenommen.

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06.12.2023 · 1 Min

Memory of the World
Kölner Konföderation

In der Kölner Konföderation vom 19. November 1367 unterzeichneten Ratssendeboten von Hansestädten und niederländischen Städten ein Bündnis zum Krieg gegen den dänischen König Valdemar IV. Die Urkunde verdeutlicht die Fähigkeit der Hanse, sich in akuten Konflikten durchzusetzen, notfalls auch mit militärischen Mitteln. Der anschließende Zweite Dänisch-Hansische Krieg wurde von der deutsch-niederländischen Allianz gewonnen, was zu einem erheblichen Machtzuwachs im Ostseeraum führte.

Dieses Dokument befindet sich im Archiv der Hansestadt Lübeck.

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22.11.2023 · 2 Min

Memory of the World
Privileg König Eduards VI. von England, 1547

Diese reich ausgeschmückte Prachtausgabe eines Privilegs, enthält alle Rechte, die die Kaufleute der Hanse seit der „carta mercatoria“ im Jahr 1303 in England erhalten hatten. Das Privileg wurde ausgestellt von König Edward VI. im Jahr 1547.

Die Urkunde besteht aus fünf Pergamentblättern die durch grün-weiß geflochtene Seidenkordeln zur Befestigung des großen Majestätssiegels (Durchmesser 12 cm) miteinander verbunden sind.

Diese Urkunde ist in unserer Dauerausstellung, im Kabinett London, als Faksimile zu sehen. Die Originalurkunde befindet sich im Archiv der Hansestadt Lübeck.

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10.11.2023 · 2 Min

Memory of the World
Die Hanserezesse

Seit 2023 ist die Hanse im UNESCO-Register »Memory of the World« vertreten. Insgesamt 17 Dokumente und Dokumentengruppen aus elf Archiven und Bibliotheken in sechs nordeuropäischen Ländern sind nun Teil dieses Weltdokumentenerbes.

In diesem Video stellen wir eine ganze Gruppe von Dokumenten vor: die Hanse Rezesse. Dabei handelt es sich um die Protokolle der Ergebnisse und Beschlüsse der sogenannten Hansetage. Bei diesen Versammlungen von Vertretern der Hansestädte, die zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert regelmäßig stattfanden, wurde – zum Teil sehr detailliert – besprochen, wie die Hansestädte gemeinsam handeln und vor allem ihre wirtschaftlichen Interessen verfolgen wollten.

Im Weltdokumentenerbe sind die Rezesse von Köln, Hamburg und Bremen enthalten, die eine riesige Sammlung in zahlreichen Archiven von vielen Hansestädten repräsentieren.

Auch für das Europäische Hansemuseum Lübeck ist das Thema von besonderer Bedeutung: Die Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse- und des Ostseeraums (FGHO) beschäftigt sich seit einiger Zeit intensiv mit den Hanserezessen, um die Beziehungen zwischen Regionen, Ländern und Hansestädten und nicht zuletzt die Hanse selbst besser verstehen zu können. Die FGHO ist an einem laufenden internationalen Forschungsprojekt beteiligt, das sich speziell mit den Vertiefungen befasst: »The Flow« untersucht, wie solche riesigen Textmengen digital erschlossen und analysiert werden können.