Rückblick und Ausblick 2023/24

Traumhafte Besuchszahlen 2023 und Ausblick auf 2024

Im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz stellt das Europäische Hansemuseum (EHM) sein aktuelles Programm und die Höhepunkte für 2024 vor. Highlight im neuen Jahr ist die Sonderausstellung »Von hier nach dort – unterwegs mit Kompass und Navi!«, die ab dem 18. Februar 2024 startet und sich besonders an Kinder und Familien richtet. Mit rund 122.000 Besucher:innen blickt das Museum auf das bislang erfolgreichste Jahr seit seiner Eröffnung zurück: Neben der Neuinszenierung des Raumes »London« war die Sonderausstellung »Guter Stoff. Textile Welten von der Hansezeit bis heute« zu sehen.

Das Ausstellungshighlight 2024 ist die Sonderausstellung »Von hier nach dort – unterwegs mit Kompass und Navi!«, die vom 18. Februar bis zum 1. September 2024 im Europäischen Hansemuseum in Lübeck gezeigt wird. Die Schau, die vom Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven, dem Focke-Museum Bremen, der Stiftung Historische Museen Hamburg (Altonaer Museum, Projekt Deutsches Hafenmuseum) und dem Europäischen Hansemuseum Lübeck gemeinsam entwickelt wurde, richtet sich besonders an Kinder und Familien.
Wo befinde ich mich? Wie erreiche ich mein Ziel? Wie orientiere ich mich zu Wasser und zu Land? Ohne es zu merken stellen wir uns diese Fragen fast täglich, wenn wir uns durch die Stadt oder über Land bewegen: Wir navigieren. »Von hier nach dort – unterwegs mit Kompass und Navi!« macht diese Fragen zum Thema und bietet Einblicke in historische und aktuelle Navigationstechniken, die auch eng mit der Geschichte des Hansehandels verbunden sind. Nach dem Motto »Verstehen durch Ausprobieren« wird ein spielerisches Eintauchen in Wissenswertes und Überraschendes rund um die Themen Orientierung und Navigation ermöglicht. An zahlreichen Mitmachstationen können kleine und große Besucher:innen verschiedene Navigationstechniken testen. Darüber hinaus veranschaulichen die historischen Objekte, wie beispielsweise ein niederdeutsches Seebuch aus dem 15. Jahrhundert, wie die Menschen im Laufe der Zeit innovative Hilfsmittel entwickelt haben, um ihre Navigationsfähigkeiten zu verbessern.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Workshops, Vorträgen, Filmvorführungen und Kindergeburtstagen sowie Angeboten für Schulklassen ergänzt die Sonderausstellung. Das EHM freut sich sehr darüber, das Programm zu dieser besonderen Mitmach-Ausstellung für Schulklassen sowie für Jugend- und Sportvereine erneut kostenfrei anbieten zu können, um so möglichst vielen Kindern und Jugendlichen unabhängig vom sozialen oder familiären Umfeld eine Teilnahme zu ermöglichen. Zur Unterstützung wurde auch dieses Mal ein Spendenaufruf gestartet – gespendet werden kann ganz einfach über die Homepage des Museums.

#EHMforFuture: Nachhaltigkeit und Klimaschutz
Das Europäische Hansemuseum erkennt Klimaschutz als zentrale Herausforderung unserer Zeit und als essenziell für den Erhalt des kulturellen Erbes. Als Bildungs- und Lernort ist es sich der großen Verantwortung bewusst und möchte einen aktiven Beitrag für kommende Generationen leisten.
Mit der Veröffentlichung seiner Klimabilanzen für 2019 und 2022, die CO2-Emissionen aus verschiedenen Quellen umfassen, hat das EHM 2023 nun wichtige Schritte in Richtung Nachhaltigkeit unternommen. Diese Bilanzen bilden die Grundlage, um Handlungsfelder zu identifizieren und sinnvolle Einsparmaßnahmen zu planen. Sie bilden die Basis für eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie. 2023 setzte das Museum bereits Maßnahmen um wie die Umrüstung auf wiederverwendbare RFID-Tickets für die Dauerausstellung oder das Projekt »Bildung-Klima-plus-56«, das Bildungsangebote um Klimathemen erweiterte.
Für das laufende Jahr 2024 sind weitere konkrete Schritte zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie geplant. Dazu gehören die Anpassung des EHM-Leitbildes, die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf den Flachdächern des denkmalgeschützten Burgklosters und ein innovatives Konzept zur Steigerung der nachhaltigen Gästemobilität durch das sogenannte »Klima-Ticket«, das klimafreundliche Anreisen belohnt. Weitere Anpassungen betreffen den verstärkten Einkauf nachhaltiger Produkte und die Fortschreibung der Klimabilanz aus dem Jahr 2023.

Neues aus der Forschung
Nach dem 30-jährigen Jubiläumsjahr 2023 liegt der Fokus der Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums (FGHO) in diesem Jahr auf dem von der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) geförderten Projekt »The Flow«: Digitale Methoden im Bereich der Handschriftenerkennung (HTR) und der computergestützten Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP), bieten schon jetzt ein hohes Potential für die Analyse historischer Quellen. »The Flow« entwickelt standardisierte digitale Workflows, die es Forscher:innen erleichtern, mit historischen Quellen digital zu arbeiten.
Auch 2024 wird das Citizen Science-Projekt »Hanse.Quellen.Lesen!«, worin sich Interessierte aus der breiten Öffentlichkeit an der Entschlüsselung historischer Handschriften beteiligen können, fortgesetzt. Dazu wird es gemeinsam mit dem Archiv der Hansestadt Lübeck am 19. April 2024 einen weiteren Citizen Science-Tag geben, bei dem interessierte Laien und Forscher:innen zusammenkommen, um gemeinsam an Hansequellen zu tüfteln. Das erfolgreiche Format der Vortragsreihe »Handel, Geld & Politik« wird ebenfalls weitergeführt und ab Oktober 2024 wieder stattfinden. Noch bis März laufen die Vorträge der aktuellen Reihe 2023/24.

Digitales Programm
Neben seinem Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm hat das EHM auch weiterhin digital einiges zu bieten und vermittelt Inhalte rund um die Geschichte der Hanse. Im Rahmen einer neuen digitalen Strategie hat das EHM 2023 verstärkt Videos für die sozialen Medien produziert und diese auf den Kanälen Instagram, Facebook und YouTube veröffentlicht. Ziel ist es, durch Storytelling möglichst viele Menschen für das Thema Hanse, für die Angebote des Europäischen Hansemuseums und für Lübeck zu begeistern.
In kurzen Videos präsentieren Museumsmitarbeiter:innen Geschichten aus der Dauerausstellung, der aktuellen Sonderausstellung, dem Burgkloster sowie dem Museumsgelände und vermitteln so ein Stück Hanse- und Lübecker Stadtgeschichte.
Seit dem Start dieser neuen Strategie im Juli 2023 wurden rund 35 Videos selbst gedreht und produziert. Der Erfolg gibt dem EHM Recht: Diese wurden insgesamt fast 446.000 Mal aufgerufen, sodass über 1,5 Millionen Menschen auf Facebook, Instagram und YouTube erreicht wurden. Das wiederum bedeutet, dass die Videos des EHM in den sozialen Medien fast 7.000 Stunden gesehen wurden. Der digitale Fokus umfasst neben den neuen Videos auch weitere Aktionen: So kann das Publikum die Vorträge der Reihe »Handel, Geld & Politik« der FGHO sowie der wirtschaftspolitischen Diskussionsreihe »Grenzenlos erfolgreich?« digital im Live-Stream verfolgen. Dies gibt nicht nur mehr Menschen die Gelegenheit einer Teilnahme, anschließend werden die Beiträge in der Regel auch in der Mediathek auf dem YouTube-Kanal des EHM veröffentlicht. Auf diese Weise schafft das Museum einen Pool mit wertvollen Inhalten zur Hansegeschichte, der einem breiten Publikum kostenfrei und dauerhaft zugänglich ist.

Traumhafter Erfolg: Die Zahlen aus 2023
Mit 2023 ist das bislang erfolgreichste Jahr für das Europäische Hansemuseum zu Ende gegangen. Es übertraf alle Erwartungen und stellte den besten Vor-Pandemie-Wert in den Schatten: Insgesamt besuchten rund 122.000 Gäste das Museum. Allein im August wurden mehr als 18.000 Besucher:innen verzeichnet – wenig überraschend der erfolgreichste Monat seit Eröffnung des Hauses.
Ein wichtiger Faktor für diesen Erfolg war die Sonderausstellung »Guter Stoff. Textile Welten von der Hansezeit bis heute«. Sie befasste sich mit einem gesellschaftspolitisch relevanten Thema und punktete mit einem attraktiven Rahmenprogramm, das Workshops zum Upcycling oder Kleidungstauschpartys umfasste. Die Ausstellung zog eine erhebliche Anzahl von Besucher:innen an, darunter viele junge Gäste – 42 % unter 32 Jahren – und endete mit einer beachtlichen Gesamtzahl von 24.000 Besucher:innen.
Eine wesentliche Komponente des Erfolgs war der Anstieg der internationalen touristischen Nachfrage. Ungefähr 20 % der Gäste, also jede:r Fünfte, reiste aus dem Ausland an. Die effektive Werbung des EHM im Ausland, zusammen mit den insgesamt positiven Tourismuszahlen in Lübeck, trugen maßgeblich zu dem guten Ergebnis bei.
Zahlreiche Gäste lockte die zweite Ausgabe des Kulturfests »Unter dem Ahornbaum« auf das Museumsgelände, bei dem Lübecker Kulturschaffende auf Künstler:innen aus Danzig trafen und ein vielfältiges Angebot aus Musik, Tanz und Performance boten.
Das Museum erzielte auch digital einen überwältigenden Besuchszuwachs. Die vielfältigen erwähnten Aktivitäten spiegeln sich in den stark gestiegenen digitalen Zugriffszahlen wider, die sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelten. Im Jahr 2022 erreichte das Museum digital 245.928 Personen, während diese Zahl im Jahr 2023 auf beeindruckende 486.648 Nutzer:innen anstieg.

(Veröffentlicht: 18. Jan 2024)

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