Vortrag Jun. Prof. Christina Brauner (Tübingen)
Wie der Ingwer in den Lebkuchen kam

Wie der Ingwer in den Lebkuchen kam. Eine Geschichte globaler Verflechtungen zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit

Er steckt in jedem Lebkuchen und wird zugleich als Superfood mit fernöstlicher Aura zelebriert: Ingwer ist heute in Küchen, Cafés und Apotheken in unterschiedlichster Weise präsent. Ähnlich wie der ungleich besser erforschte Pfeffer kann Ingwer auf eine lange Geschichte als Handels- und Konsumgut zurückblicken. „Bei allen Deutschen / reichen und armen / ist der jngwer besser bekant dann ettwan die gemeinen garten kreutter“, heißt es etwa 1550 in der Teutschen Speißkammer des Hieronymus Bock – „jederman will jngwer inn seiner kuchen haben“.

Folgt man den Spuren des Ingwers zwischen Handel und Konsum, Kulinarik und Medizin, lässt sich zugleich ein Panorama globaler Verflechtungen zwischen Spätmittelalter und Frühen Neuzeit entwerfen. Auf welchen Wegen gelangte Ingwer nach Nordwesteuropa? Wie veränderten sich diese im Laufe der Zeit? Was wussten europäische Konsument:innen über Ingwer? Welche Rolle spielten dabei antike Texte? Was für Eigenschaften schrieb man ihm zu und wie wurde er konsumiert? In dem Vortrag geht es ebenso um Ingwer-Fälschungen, wie sie etwa um 1400 in verschiedenen Hansestädten zum Problem wurden, wie um die Rolle dieses Gewürzes bei Steuern und Naturalabgaben – und schließlich um die Frage, wie und wann es in den Lebkuchen kam.

Details

Di · 14. Mrz · 18:00 Uhr
max. 50 Personen
Kostenfrei, Anmeldung erforderlich
Saal La Rochelle im Haupthaus