Für dieses innovative Vorhaben hat die FGHO erstmals eine Förderung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhalten. Unter der Leitung von Dr. Angela Huang untersucht das Team der FGHO dazu das Versammlungswesen der Hanse anhand von Versammlungs- und Beschlussprotokollen, den sogenannten Rezessen.

Die fortschreitende Digitalisierung wird auch in den Geisteswissenschaften zunehmend wichtiger. Schon jetzt sind digitale Methoden fester Bestandteil der historischen Forschung und können den Arbeitsalltag der Forscher:innen erleichtern. Insbesondere Anwendungen im Bereich der Handschriftenerkennung (HTR) und computergestützter Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP) bieten einen großen Nutzen für die Analyse vormoderner Quellen. Bisher benötigen Historiker:innen jedoch oft tiefgreifende Kenntnisse im Bereich der Informationswissenschaften, um von diesen Anwendungen profitieren zu können.

Diesem Problem widmet sich das internationale Forschungsprojekt »The Flow: From Deep-Learning to Digital Analysis and their Role in the Humanities Creating, Evaluating, and Critiquing Workflows for Historical Corpora« (Vom maschinellen Lernen zur digitalen Analyse und ihre Rolle in den Geisteswissenschaften – Erstellung, Bewertung und Kritik von Workflows für historische Korpora), an dem die FGHO beteiligt ist. Das DFG-geförderte Projekt wird von Sommer 2023 für 36 Monate in insgesamt vier Teilprojekten ausgeführt. Ziel ist es, einen Workflow zu erschaffen, der die digitale Analyse historischer Quellen erleichtert. Dazu werden theoretische und methodische Ansätze aus den Geisteswissenschaften mit digitalen Technologien verbunden, um in Zukunft insbesondere die Arbeit mit großen Quellenkonvoluten zu vereinfachen.

Neben der am Europäischen Hansemuseum in Lübeck angesiedelten FGHO sind die Universität Bielefeld und die Universität Bern an diesem innovativen Projekt beteiligt. Die Projektpartner:innen arbeiten an dem Vorhaben, indem sie verschiedene Rechts- und Verwaltungsquellen aus England, dem nordeuropäischen Hansegebiet, der Schweiz und Äthiopien analysieren. Die Verwendung digitaler Arbeitsprozesse, die im Rahmen des Projekts erarbeitet werden, ermöglichen es den Beteiligten, längere Zeiträume zu untersuchen und ein tieferes Verständnis der rechtlichen Praktiken und des sozialen Lebens der betreffenden Gemeinschaften zu gewinnen. In diesem Rahmen widmet sich die FGHO der Entwicklung der Hanse, indem sie das Versammlungswesen der Hansestädte anhand der Rezesse von 1358 bis 1669 untersucht. Hierbei kann unter anderem auf die Digitalisate, die im Rahmen des Projekts »Rezesse Niederdeutscher Städtetage« entstanden sind, zurückgegriffen werden.

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