Sonderausstellung „Der Konsens.“

Mit „Der Konsens. Europas Kultur der politischen Entscheidung“ machen wir ein europäisches Erbe sichtbar, das man eigentlich nicht sehen kann. Für Schulen und Jugendgruppen sind dazu auch politische Planspiele im Programm.

Die Ausstellung „Der Konsens.“ im Europäischen Hansemuseum versteht sich ausdrücklich als Beitrag zur politischen Bildung. Sie nimmt eine Tugend in den Blick, die seit Jahrhunderten Teil der europäischen Identität ist. Es geht um die Tradition der einstimmigen Entscheidung, wie sie beim Hansetag und auch im Europäischen Rat praktiziert wurde und wird. In zwei zur Ausstellung entwickelten Planspielen können Schulklassen und Jugendgruppen sich dabei auch selbst in der mühevollen Kunst des Konsens versuchen. Mehr zu diesen Planspielen finden Sie hier.

Der Hansetag von 1518 und der Europäische Rat der europäischen Staats- und Regierungschefs 2018 haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Und doch verbindet sie ein europäisches Erbe: die Entscheidung im Konsens. Trotz Meinungsverschiedenheiten ringen sich dabei alle Beteiligten schließlich zu einer Übereinstimmung durch. Vor 500 Jahren gelang dies den Delegierten des Hansetages in Lübeck, heute den Mitgliedern des Europäischen Rates in Brüssel. Die Geschichte der Hanse und die aktuellen Herausforderungen einer handlungsfähigen Europäischen Union werden in der Ausstellung auf verblüffende Weise verknüpft. Die Besucherinnen und Besucher erfahren, welche guten Gründe es für die oft schwierigen Verhandlungen um einen Konsens gibt, weshalb alle Beteiligten sich durch ein solches Verfahren größere politische Durchschlagskraft erhoffen – und die „Kleinen“ mehr Schutz vor den „Großen“. Doch wie gelingt eine solche Entscheidungsfindung ganz praktisch?

Der Konsens.
Europas Kultur
der politischen Entscheidung

10. Mai 8. Juli 2018

Wie lassen sich höchst unterschiedliche nationalen Positionen von derzeit 28 Staats- und Regierungschefs so in Einklang bringen, dass eine gemeinsame europäische Position entsteht? Ist das überhaupt gut für Europa? Eine denkbar aktuelle Frage angesichts der Herausforderungen, vor denen die EU derzeit steht.

Schon die Hanse kannte sehr unterschiedliche Mechanismen, um zögernde Delegierte zu überzeugen. Es gab freundschaftliche Konversationen, ernste Ermahnungen, geheime Gespräche in der „Hörkammer“ oder die Anrufung eines Schlichters. Ziel war die „Einigkeit“, das „freundliche“ und „brüderliche“ Miteinander. Lange galt dieses Prinzip als Problem für die Entwicklung der Hanse, womöglich war es aber Teil ihres Erfolgs.

Als Kurator für "Der Konsens." agiert Dr. Tillmann Bendikowski von der Medienagentur Geschichte. Ein Begleitband ergänzt die Sonderausstellung. Mehr zum Begleitprogramm unten und im Veranstaltungskalender. Details zu den Preisen finden Sie hier.

 

Begleitprogramm

13.5.2018: »Internationaler Museumstag«
Buntes Familienprogramm auf dem gesamten Museumsgelände

16.5.2018: Konzert »Eine Reise durch Europa«
Kammerkonzert für Violine & Klavier mit Werken von Smetana, Brahms & Co.

19.5.2018: »Hansetag 1518«
Öffentliches Planspiel zum 15. Tag der Hanse

29.5.2018: »Die Raffinesse mittelalterlicher Diplomatie«
Vortrag von Maria Seier über den Hansetag von 1518

4.6.2018: Europaquiz „Wer wird Europameister?“
Der Bürger Europas e.V. lädt wieder zum Europaquiz.

15.6.2018: »Eintracht und gemeiner Nutzen.«
Prof. Dr. Michael Schütz über Hildesheim, Hanse und den Rezess von 1518

29.6.2018: »Konflikt oder Konsens? Zur Kultur politischer Entscheidungen«
U.a. mit Bischof Dr. Dr. h.c. Markus Dröge. Moderation: Prof. Dr. Christian Berg.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung "Der Konsens"
Mai: 19.5. | 26.5.|

Juni: 2.6. | 9.6.| 16.6.| 23.6.| 30.6.

Die Führungen am 26.5. und am 23.6. werden vom Kurator Dr. Tillmann Bendikowski selbst durchgeführt.

Gefördert von:

Im Rahmen von:


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