„Geld. Macht. Glaube“ eröffnet

Ab sofort können Sie bis zum 26. November täglich von 10 bis 18 Uhr im Beichthaus des Europäischen Hansemuseums unsere dritte Sonderausstellung „Geld. Macht. Glaube – Reformation und wirtschaftliches Leben“ besuchen! Sie wurde gemeinsam mit dem Historiker Dr. Tillmann Bendikowski von der Medienagentur Geschichte realisiert und greift die ökonomischen Aspekte der Glaubensspaltung auf. Damit widmet die Ausstellung sich einem bislang wenig betrachteten Teil der europäischen Geschichte. Anhand von Schautafeln, zwei Touchscreens und ausgewählten Exponaten, die u.a. aus dem St. Annen-Museum Lübeck stammen, wird aufgezeigt, welche Folgen die Reformation für Wirtschaft und Handel in Europa besaß.

Mit der Reformation begann zugleich der Streit um den wertvollen Besitz der Kirche: Wem gehörten eigentlich die Klöster und die vielen anderen Immobilien der Kirche? Was sollte aus dem Schatz der Kirchen werden? Dieser Streit wurde zwischen dem protestantischen und katholischen Lager gerade in Deutschland erbittert geführt – es ging um viel Geld. Über ein besonderes Exponat eröffnet die Schau dabei auch einen Lübeck-Bezug: Eine vergoldete Monstranz aus der Zeit um 1500, die einst der Vernichtung des Lübecker-Kirchenschatzes entging, weil sie aus Kupfer bestand, erzählt heute vom Umgang mit dem Kirchenbesitz in der Hansestadt. Von Exkursen in die Lübecker Geschichte abgesehen hat sich die Ausstellung insbesondere einer europäischen Perspektive verschrieben, denn der Kontinent erlebte zahlreiche Reformationen, und früh waren Religionsflüchtlinge eine europäische Realität. Diese Fluchtbewegungen veränderten ihrerseits die Wirtschaftswelt – Migranten brachten technisches Knowhow in ihre neuen Heimaten und manche Herrscher setzen daher aus ökonomischer Vernunft auf eine intelligente Einwanderungspolitik, andere auf strikte Abschottung. Doch darüber hinaus markierte die Glaubensspaltung den Beginn einer religiösen Toleranz in Europa. Für diese gab es praktische Gründe: Je toleranter ein Land auftrat, desto besser war es für seine ökonomische Entwicklung. Eine Einsicht, die heute wieder aktueller denn je ist.

Dank des interaktiven Ausstellungsdesigns ist am Ende der Ausstellung auch Ihre Meinung gefragt: Sie haben die Gelegenheit, anhand von neun Fragen Ihre persönliche Einschätzung über die Reformation und den heutigen Zusammenhang von Geld und Glauben mitzuteilen. Außerdem können Sie an einer Stempelstation eine persönliche Postkarte designen und diese auch direkt verschicken. Ein umfangreiches Rahmenprogramm setzt die Auseinandersetzung mit dem Reformationsjubiläum fort. Erstmals werden für diese Sonderausstellung auch öffentliche Führungen angeboten und Gruppen haben die Möglichkeit, sich für diese anzumelden. Der Ausstellungseintritt beträgt 5 Euro (ermäßigt 2,50 Euro), zugleich gibt es attraktive Kombi-Preise mit der Dauerausstellung und dem Baudenkmal Burgkloster. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband, der für 13,80 Euro im Museumsshop erhältlich ist und Platz für eigene Notizen bietet.

Wir hoffen, dass „Geld. Macht. Glaube“ Sie genauso begeistert und zum Nachdenken anregt wie uns und freuen uns auf Ihren Besuch!

 

 


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