31. Oktober: Reformationstag

Die Reformation ist eine der tiefgreifendsten Veränderungen in der Geschichte des Christentums. Ursprünglich kommt das Wort vom lateinischen re-formare, was soviel bedeutet wie zurück-bilden. Es spiegelt einen Gedanken wider, der die Geschichte der Kirche schon immer begleitet hat: Den Wunsch nach der Rückkehr zu den Ursprüngen des christlichen Glaubens.

Der deutsche Vorreiter dieser Erneuerungsbewegung war Martin Luther, der seine 95 Thesen schon am 31. Oktober 1517 eigenhändig an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben soll. Das Datum wird deshalb allgemein als Beginn der Reformation betrachtet, in Lübeck allerdings wurde diese erst knapp 14 Jahre danach, am 18. Februar 1531, durch den Bürgerausschuss und den Rat der Stadt bestätigt.

Wussten Sie schon, dass...
die Hanse nicht ganz unschuldig daran war, dass die Reformation in Lübeck erst so spät eingeführt wurde? Als Haupt des niederdeutschen Kaufmannsbundes musste die Stadt nämlich die handels- und außenpolitischen Zusammenhänge aller ihrer Entscheidungen bedenken. Auch bei Veränderungen, die die Religion betrafen, musste deshalb der Meinung der Mehrheit beachtet werden. Daneben gab es aber noch andere Gründe, die einer schnellen Einführung entgegenwirkten. Denn Lübeck musste als eine der wenigen Reichsstädte im Norden zum Beispiel nicht nur den Interessen der Hanse folgen, sondern auch die Wünsche des Kaisers erfüllen.

Zudem beeinflusste die Tatsache, dass die Stadt Sitz eines Bischofs und Domkapitels war, die Entschlüsse des Rates enorm. Schließlich wollte man die guten Beziehungen zur geistlichen Macht nicht aufs Spiel setzen. Dass die Reformation letztendlich trotzdem ihren Weg nach Lübeck fand, lag aber wahrscheinlich auch ein wenig an der Hanse. Durch ihre Hilfe hatte sich der Ort an der Ostsee zum kulturellen und modernen Zentrum Nordeuropas entwickelt - und um den Status als fortschrittliche Stadt zu wahren, war es nötig, auch neuen Ideen gegenüber offen zu sein.

Mehr zum Thema Religion erfahren Sie in unserer Ausstellung, zum Beispiel im Raum "Glaube und Handel" oder bei einem Besuch im Burgkloster mit unserem kostenlosen Audioguide.


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