29. September: Weltschifffahrtstag

Am 29. September ist Weltschifffahrtstag der International Maritime Organization, kurz IMO. 1978 wurde er von den Vereinten Nationen eingerichtet, um das Bewusstsein für die internationale maritime Wirtschaft, die Sicherheit der Seefahrt und den Schutz der Meeresumwelt zu stärken.

Denn besonders die Seeschifffahrt steckt seit vielen Jahren in einer schweren Krise: Zwar sinkt die Anzahl der transportierten Waren, die Schiffe werden jedoch trotzdem immer größer. In der Folge sind Vertiefungen der Fahrrinnen und Hafenbecken nötig, die, wie aktuell an der Elbe oder in Venedig, zunehmend auf Kritik stoßen.

Wussten Sie schon, dass…
man vor rund 600 Jahren schon mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte? Denn auch die Schiffe der Hansezeit wurden durch den vermehrten Handel und die steigende Bedeutung schwerer Güter, wie zum Beispiel Salz oder Holz, immer imposanter. So gab es auf dem Hansetag von 1412 Beschwerden, dass der erhöhte Tiefgang der großen Schiffe die Gefahr vermehren würde, in den Häfen aufzulaufen. Einige Hansestädte bevorzugten deshalb Schiffe mit mittlerer Tonnage, wie den Kraier oder den Ewer. Die Flotte der hansischen Hochseeschifffahrt konnte sich aber trotzdem sehen lassen: Schätzungen zufolge zählte sie Ende des 15. Jahrhunderts ca. 1000 Schiffe mit insgesamt 30 000 Last Tragfähigkeit.

Der beschwerliche Weg in den Lübecker Hafen
Doch wie kamen diese schweren Schiffe überhaupt bis in den Hafen Lübecks, ganz in die Nähe des heutigen Europäischen Hansemuseums? Wissenschaftlich belegte Antworten auf diese Frage gibt es noch nicht, Vermutungen dagegen viele: Größere Schiffe zum Beispiel sind wohl gar nicht erst in die Trave hereingefahren, da der Wasserweg nicht immer ausreichend tief war. Stattdessen lagen sie in Travemünde oder auf halbem Weg nach Lübeck, in Bretling, vor Anker und wurden direkt dort entladen. Ihre Fracht wurde dann über Land oder mit Prähmen, kleinen Transportfähren, nach Lübeck gebracht.

Die kleineren Schiffe und Boote, die die Trave hinauffuhren, wurden streckenweise wahrscheinlich getreidelt, also von Pferden oder Menschen gezogen. Manche mussten sich aber vielleicht auch mithilfe von Seilen, die an Pflöcken am Ufer befestigt waren, eigenständig bis nach Lübeck „entlanghangeln“. Das Kreuzen von Schiffen innerhalb der Trave war aufgrund des unzureichenden Platzes nur bedingt möglich.

Mehr zum Thema Schifffahrt erfahren Sie in unserer Ausstellung, zum Beispiel im Raum „An der Newa um 1193“ mit einem Nachbau der Kollerup-Kogge, und natürlich in unserem Museumsshop, wo es viele spannende Texte zu diesem Thema gibt.

© Europäisches Hansemuseum / Olaf Malzahn


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